JOHANNES SCHMOELLING

Biographie
Johannes Schmoelling wurde im November 1950 im oldenburgischen Lohne
geboren. Mit acht Jahren erhielt er Klavierunterricht und unternahm mit zwölf erste Versuche
an der Kirchenorgel. Der phantastische Klang dieses majestätischen Instruments hat ihn in den
nächsten Jahren mehr geprägt als das Klavierspiel. Mit 14 war er bereits Organist einer
katholischen Kirche in Delmenhorst.
Nach dem Abitur 1970 in Wilhelmshaven, reizte ihn der Beruf des Tonmeisters, die ideale
Kombination einer musikalischen Ausbildung mit technischer Komponente. Im Herbst 1972 nahm er das
Tonmeisterstudium an der Hochschule der Künste in Berlin auf.
Nach Abschluß des Studiums 1978 begann er, sich mit der Elektronik zu beschäftigen. Ein
logischer Schritt, der unter anderem durch die intensive Orgelarbeit herbeigeführt war.
Nach dem Studium folgte ein Job als Theater-Tonmeister bei der "Schaubühne am
Halleschen Ufer" in Berlin. Dort lernte er mit Geräuschen, Klängen,
Rauminstallationen und Licht umzugehen. Kenntnisse, die er heute noch in seiner Musik einsetzt.
Mitte 1979 wurde er von Edgar Froese direkt vom Theater wegengagiert.
Edgar Froese - Gründer der Elektronik-Band TANGERINE DREAM - war bestrebt die Band wieder in traditioneller Besetzung
- drei Keyboarder - neu zu formieren.
Bei TANGERINE DREAM blieb Schmoelling bis 1985. Neben Tourneen rund um den Globus entstanden
in dieser Zeit diverse Studio- und Live Alben sowie Soundtracks zu Filmen aus amerikanischen
Studios (u.a. Thief - Regie: Michael Mann, Legend - Regie: Ridley Scott) und deutschen Fernsehanstalten
(z.B. Tatort).
Mit dem Album "Wuivend Riet" auf dem Erdenklang Label startete
Schmoelling 1986 seine Solo-Laufbahn.
1988 erschien das zweite Album "The Zoo Of Tranquillity" bei Theta/
Polygram in London. 1990 wurde dann das dritte Album "White Out"
bei der Polydor in Hamburg veröffentlicht.
Neben Studiomusiken im eigenen "Riet Studio" in Berlin-Kreuzberg entstanden von 1986 an diverse
Hörspielproduktionen für die ARD - Rundfunkanstalten, vornehmlich zusammen mit dem
Autor Martin Burckhardt.
1990 komponierte Schmoelling die erste von drei Theatermusiken für die "Schaubühne
am Lehniner Platz" zu dem Stück "Mütter und Söhne" von Javier Tomeo. 1992
folgte die Musik zu dem Theaterstück "Der Ohrenmaschinist" von Gerd Jonke und 1995 die
Musik zu dem Stück "Kunst" von Jasmina Reza. Dieses Erfolgsstück
dokumentiert die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen dem Regisseur Felix Prader und Johannes Schmoelling.
Seit 1993 entstanden Kompositionen zu Fernsehfilmen des Regisseurs Konrad Sabrautzky, unter
anderem "Zu Treuen Händen" des ZDF (Grimme Preis 1996) und der ZDF-Krimi-Reihe
"Ein Starkes
Team" mit Maja Maranow und Florian Martens.
1995 erschien das vierte Studioalbum "Lieder Ohne Worte - Songs No Words"
wieder auf dem Erdenklang Label und 1998 das Album "The Zoo Of Tranquillity", das
lange Zeit vergriffen war, in einer überarbeiteten Version.
Die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Felix Prader setzte sich in der Inszenierung "Das Atelier" von
Jean-Claude Grumberg am "Renaissance-Theater" in Berlin im Jahr 2000 fort. 2001 entstand am selben Theater die Musik zu
Jasmina Reza's "Drei Mal Leben", wieder inszeniert von Felix Prader.
Den lang gehegten Wunsch, sein eigenes Plattenlabel zu gründen, konnte Johannes Schmoelling im Jahre 2000 angehen.
Als Initialveröffentlichung auf Viktoriapark Records - so der Name des neu gegründeten Labels -
kam das seit 10 Jahren vergriffene Album "White Out" in einer überarbeiteten Fassung
heraus. Zu der 1990er-Version kam ein Remix der jungen Künstler Ulrich Schnauss und Robert Wässer als
Bonus-Track hinzu.
Im Dezember 2002 folgte das zweite Album auf dem eigenen Label, das Hörstück "Laufen",
Autor: Dirk Josczok, mit Musik von Johannes Schmoelling.
Während des Jahres 2003 enstand das Album "Recycle Or Die", das genau am 9. November,
Johannes' Geburtstag auf Viktoriapark Records erschien.
Das Bestreben, neben Musiken auch wieder Hörspiele zu veröffentlichen, mündete 2004 in der
Doppel-CD-Produktion "Weltmärchen - Weltmusik", eine Zusammenarbeit mit dem Autor
und Künstler Hubertus von Puttkamer.
Im Herbst 2005 begann Schmoelling die Arbeit an dem lang ersehnten, nach "Recycle Or Die",
überfälligen neuen Album. Im August 2006 war es soweit; unter dem Namen "Instant City"
kam die fünfte Veröffentlichung auf Viktoriapark Records heraus.
2007 folgte die Anthologie "Images and Memory", eine Stückesammlung von 20 Jahren
Solo-Musiken der Jahre 1986 - 2006.
Mit dem Album "Early Beginnings" (2008) folgte eine weitere Anthologie,
die Schmoelling's Zeit bei TANGERINE DREAM zum Thema hatte.
© 1998 - 2009 by Johannes Schmoelling